Petionsübergabe an Bürgermeister Frank Keppeler

Petition an Bürgermeister Frank Keppeler übergeben

Die folgende Pressemeldung wurde in Abstimmung mit der Stadt Pulheim erstellt und u.a. vom Kölner Stadtanzeiger am 14.07.21 aufgenommen:

Am Donnerstag, den 8. Juli 2021 überreichte Peter Rack, der Initiator der Petition „Keine Bahn durch Brauweiler“ dem Pulheimer Bürgermeister Frank Keppeler die mehr als 1.300 Unterschriften, die innerhalb von 90 Tagen gesammelt wurden. In insgesamt mehr als 400 Kommentaren erklären die Petitionsteilnehmer sehr persönlich, warum sie gegen die Streckenführung der geplanten Stadtbahn von Köln-Bocklemünd nach Niederaußem durch die Helmholtzstraße in Brauweiler sind.

„Die veröffentlichte Vorstudie warf für mich viele Fragen auf und es war mir ein Anliegen, die Betroffenen über dieses Vorhaben zu informieren und eine Plattform zum öffentlichen Austausch zu schaffen“ so der Initiator. „Im Planungskorridor der Vorstudie waren nur die Bonnstraße und die Mathildenstraße. Die Helmholtzstraße war ursprünglich nicht als Strecke vorgesehen und wurde dann aber in der Vorstudie für Brauweiler als einzige Variante bewertet. Alternative Streckenführungen sollten in der darauf folgenden Machbarkeitsstudie auch nicht mehr bewertet werden“ führt er weiter aus. „So stellt man den Bürger vor vollendete Tatsachen.“

Der Pulheimer Bürgermeister zeigte großes Verständnis für das Anliegen, stellte aber auch klar, dass vor möglichen Entscheidungen, die nicht nur in Pulheim getroffen würden, Vor- und Nachteile abgewogen werden müssten. Er wies zudem darauf hin, dass im Zuge der Machbarkeitsstudie alternative Trassenverläufe für Brauweiler geprüft werden sollten und die Nutzen-Kosten-Untersuchung nachvollziehbar und realistisch sein müsse. „Auch mögliche Folgekosten für die Stadt Pulheim aus dem Betrieb der Bahn müssen wir im Auge behalten.“

Der Wunsch der Petitionsteilnehmer ist, dass die Helmholtzstraße als grünes, ruhiges Wohngebiet mit dem 600 Meter langen Ausläufer des Abteiparks erhalten bleibt. „Der Park bietet vielen Bürgern Raum zur Erholung und ist Teil des gewachsenen Ortsbilds. Der Parkstreifen ist auch Spielfläche und Schulweg für unsere Kinder und die Gefahr durch eine Stadtbahn ist enorm“, so der Initiator. „Eine Bahn durch die Helmholtzstraße würde den dörflichen Charakter von Brauweiler zerstören und den Ort durch die erforderlichen Schallschutz- und Absicherungsmaßnahmen in zwei Teile trennen. Das können wir nicht wollen“.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die aus Sicht der Petitionsteilnehmer nicht realistische Nutzen-Kosten-Berechnung, die für eine Fortführung der Planung und späteren Förderung wichtig ist. Herr Rack führt aus: „Trotz sehr optimistischer Planung erhält die laut Vorstudie einzig umsetzbare Variante durch die Helmholtzstraße auch nur ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,1, d.h. sie wäre knapp förderfähig, da der volkswirtschaftliche Nutzen minimal höher ist als die Kosten. Erfahrungen aus anderen Infrastrukturprojekten zeigen aber, dass sich die Kosten in der Realität sehr oft deutlich höher liegen als die Plankosten. Studien zeigen, dass sich das Mobilitätsverhalten durch Home-Office und Online Shopping nachhaltig verändert und die Nachfrage nach dem ÖPNV sinkt. Außerdem wird in 15 Jahren zum Start der geplanten Bahn ein deutlich höherer Anteil an Elektromobilität stattfinden, so dass auch die geplante Co2-Einsparung als Nutzen nicht gegeben sein wird. Überdies müssten erst zusätzlich mehr als 2.000 neue Wohneinheiten gebaut werden, damit die Planung funktioniert. Die dafür erforderlichen Kosten für die Infrastruktur wie Kitas und Schulen werden in der Studie allerdings nicht berücksichtigt.“

Zusammenfassend merkt der Initiator an: „Wir sind nicht gegen die Bahn per se, aber gegen die geplante Streckenführung durch die Helmholtzstraße, egal ob auf dem Park oder auf der Straße. Es geht uns auch darum, dass die Kosten und Nutzen des Baus und des Betriebs transparent und realistisch kalkuliert werden und auch alternative ÖPNV-Konzepte, wie wasserstoffbetriebene Busse und die e-Mobilität berücksichtigt werden.“

Der Austausch war sachlich und entspannt. Beide Seiten stehen für einen weiterführenden Dialog bereit. Bürgermeister Frank Keppeler wird die überreichte Unterlage an das Technische Dezernat weiterleiten. Darüber hinaus wird die Verwaltung in einer öffentlichen Vorlage die zuständigen Ratsmitglieder in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Tiefbau und Verkehr über die Petition informieren.

Anmerkung: Wir haben mit der Petition das geplante Stadtbahnvorhaben und die Konsequenzen für Brauweiler erfolgreich öffentlich gemacht und mit dem Verein „Stark für den Park e.V.“ erreicht, dass wir sowohl bei der Politik der Stadt Pulheim und dem Rhein-Erft-Kreis über entsprechende Anträge wahrgenommen werden. Gerade die FAQs des Kreises gehen auf die von uns aufgeworfenen Fragen zurück. Mit der Übergabe der Petition haben wir nun auch offfíziell ein Etappenziel erreicht. Wir bleiben dran und werden mit der Petition auch die Vertreter der Stadt Köln und des Rhein-Erft-Kreises ansprechen sowie das Planungsbüro.

Unterstützen auch Sie als aktives Mitglied oder Fördermitglied (nur finanzielle Unterstützung) den Verein „Stark für den Park e.V.“. Damit stellen wir sicher, dass wir auch langfristig als relevanter Ansprechpartner für die Politik zu diesem Thema wahrgenommen werden und aktiv an der weiteren Planung und Umsetzung des Stadtbahnvorhabens teilnehmen können.

(Foto: Stadt Pulheim)

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